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August 2005

Neuigkeiten vom deutschen Trail-O-Team aus Japan.



30.07.2005

Ankunft in Tokyo. Es ist schwül und draußen kaum auszuhalten. Den Tag verbringen wir schlummernd im gekühlten Zimmer des Andon Ryokan. Am Abend haben wir unsern ersten Auftritt in Yukatas beim Sommerfest in Asakusa.


31.07.2005

Wir trotzen der schwülen Hitze und machen einen großen Sightseeing-Rundgang durch Tokyo. Wir finden schöne Tempel und Schreine als kleine, grüne Oasen eingezwängt in eine endlose Betonwüste. Gegen Abend können wir vom 45. Stockwerk des Tokyo Metropolitan Government Office den Fuji-yama entdecken.


01.08.2005

Kurz nach 7 quetschen wir uns in die U-Bahn und fahren zum Tsukuji-Fischmarkt. Hier herrscht geschäftiges Treiben und wir müssen uns vorsehen nicht überrollt zu werden. Es gibt Fische und Meereskrabbelgetier in allen Größen, Formen und Farben. Vieles schwimmt oder krabbelt noch, die großen Brocken (Delphine?) werden tiefgefroren zersägt...


02.08.2005

Wir verlassen Tokyo nach Westen, mieten ein Auto in Kofu und fahren in die Berge. Wir machen eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt, von Mt. Fuji ist heute aber nichts zu entdecken. In den Bergen ist es immernoch sommerlich, aber längst nicht so schwül und stickig wie in Tokyo.


03.08.2005

Mit dem Bus geht es nach Hirogawara - unser Einstiegsort in die japanischen Süd-Alpen. Wir steigen auf die 3000m hoch gelegene Hütte Kata-no-Koya auf. Der Großteil des Aufstiegs führt uns auf einem engen Pfad durch üppige Wälder und Blumenwiesen steil bergan. Die Waldgrenze erreichen wir erst bei etwa 2700m Höhe. Nach einer japanischen Nudelsuppe (mit merkwürdigen süßen Brocken und rohem Ei) gehen wir früh zu Bett (ein jeweils 30cm breiter Streifen im Matratzenlager).


04.08.2005

Kurz nach 5 hält es auch uns nicht mehr auf der Matratze. Die Sonne geht gerade auf, endlich können wir den Gipfel des Kitadake sehen und selbst der Fuji schaut in der Ferne aus der Wolkendecke heraus. Eine Stunde später stehen wir auf Kitadake, dem zweithöchsten Berg Japans. Die Sicht ist noch immer gut, wir blicken über ein Meer aus spitzen, dunkelgrünen Bergen. Da es noch sehr früh ist, beschließen wir bis zum Ainodake weiterzugehen. Gegen 10 Uhr stehen wir dann auf dem 3189m hohen Ainodake, aus den Tälern aufsteigende Wolken versperren aber jeglichen Ausblick. Scheinbar muß man in Japan die Berge wirklich im Morgengrauen besteigen. Wir drehen um und eilen über einen steilen, oft mit Holzleitern versehenen Abstieg hinunter ins Tal und erwischen gerade noch den letzten Bus zum Parkplatz.


05.08.2005

Wir erwachen am Shoji-ko als die ersten, morgendlichen Jogger an unserem Auto vorbeitrapsen. Shoji-ko ist der kleinste und gleichzeitig schönste der fünf Fuji-Seen. Und wirklich, bei unserem morgendlichen Erkundungsgang erhebt sich die riesige Kulisse von Mt. Fuji hinter dem See, im sommerlichen Dunst sieht der Berg beinahe unwirklich aus. Nach einem erfrischenden Bad in Shoji-ko fahren wir nach Kawaguchiko, um dort Infos über Mt. Fuji zu bekommen und natürlich den Fuji-Sengen-Jinja zu besuchen, den Schrein, an dem die Pilgerer ihren Weg zum Fuji starteten. Am Abend besuchen wir Sommerfest und Feuerwerk am See Kawaguchi und machen uns dann auf nach Subashiri. Von dort aus können wir bis etwa 1950m die Ostflanke von Mt. Fuji hinauffahren. 23 Uhr sind wir abmarschbereit und ganz schön müde.


06.08.2005

Mit vielen Anderen steigen wir den staubigen Pfad hinauf. Viel sehen wir nicht im Kegel der Stirnlampe: runde Steine, Staub und Büsche rechts und links vom Weg. Ab und zu können wir einen Blick auf den sternenklaren Himmel werfen. Wir kommen gut voran, die Müdigkeit macht uns aber ganz schön zu schaffen. Gegen Morgen kommen dunkle Wolken die Berghänge hinaufgekrochen, bleiben aber brav unter uns, sodaß wir kurz vor 5 mit einem traumhaften Sonnenaufgang belohnt werden. Zu diesem Zeitpunkt sind wir auf etwa 3500m Höhe, ein Wolkenteppich erstreckt sich unter uns so weit das Auge reicht und die Sonne sendet ihre warmen goldenen Strahlen, um endlich die Müdigkeit zu verscheuchen. Jetzt sehen wir auch die rotbrauenen Flanken des Berges und daß der riesige Haufen Schutt und Asche gar nicht mal so häßlich ist, wie wir das erwartet haben. Die letzten 200m zum Gipfel kriecht die Schlange müder Wanderer nur sehr gemächlich voran, aber kurz nach 6 stehen wir dann auf dem heiligen Fuji-yama. Die Sonne scheint vom blauen Himmel, Wolken umzingeln den Berg etwa an der Waldgrenze, in der Ferne schauen die Gilfelketten der Südalpen heraus. Wir sind glücklich, drehen eine gemütliche Runde um und durch den Krater, bewundern die vielfarbigen Steine um uns herum und treten erst kurz vor 10 den Abstieg an. Wir erreichen Shoji-ko gegen 16:00, schaffen es noch Zelt aufzubauen, eine große Portion Spaghetti Bolognese zu fabrizieren und fallen nach 35h Aktivität in unsere Schlafsäcke.


07.08.2005

Gegen 7 wird es heiß und an Schlafen ist nicht mehr zu denken. Wir verbringen den Tag in unserem klimatisierten Mietwagen, kaufen ein paar Postkarten vom Fuji und schauen uns den Ramsch in diversen Souvenirläden an. Am Nachmittag fahren wir zu den Shiraito-no-taki Wasserfällen. br>

08.08.2005

Morgens verlassen wir das Gebiet der Fuji-Seen, wir werden heute im Event-Centre der Trail-O-WM erwartet. Unsere Fahrt geht nach Süden und dann folgen wir der Pazifik-Küste nach Westen bis wir Gamagori erreichen. An der Küste ist es unerträglich heiß und stickig, einen Sonnenbrand haben wir nach 10 Minuten, der Sand ist glühend heiß und barfuß nicht betretbar. Aushalten kann man es hier nur im klimatisierten Auto. Entlang der Landstraße reihen sich Tankstellen, Spielhallen (Patschinko), Restaurants, Läden und Häuser aneinander. Es ist nicht zu erkennen, daß irgendwo ein Ort aufhören oder anfangen würde. Wir kommen nur langsam voran und brauchen den gesamten Tag für die etwa 200km bis nach Gamagori. Kurz vor 20 Uhr haben wir endlich das Quality Inn gefunden und können die Organisatoren begrüßen. Die Nacht verbringen wir in einem Gästehaus in Shinshiro City und können endlich den letzten Vulkanstaub aus unseren Haaren waschen.


09.08.2005

Heute beginnt für uns die Trail-O-WM mit dem ersten Model-Event. Gegen 11 treffen wir am Aichi Prefecture Field Education Centre ein, das auch unsere Unterkunft für die folgenden Tage sein wird. Zunächst nehmen wir uns aber viel Zeit die Postenstandorte des Model-Events unter die Lupe zu nehmen. Der Wald sieht gar nicht mal so ungewöhnlich für ein deutsches Auge aus. Wir haben einen offenen Nadelwald vor uns, ein paar Wassergräben und Wurzelstöcke, keine Steine oder Felsen. Es ist zwar bergig, aber kleinteilige Konturen sind kaum zu finden. Wir lernen, dass hier mit dem grünen Kreuz nicht etwa Wurzelstöcke, sondern die Mitte gefallener Bäume gemeint ist. Es sind definitiv Fehler beim Postensetzen und Bahneindruck passiert, wir hoffen aber, daß man nur bei den Model-Events nicht ordentlich kontrolliert hat. Ansonsten macht die Organisation einen guten Eindruck. Eine ganze Busladung Schüler ist hier um die Rollstuhlfahrer zu eskortieren, sodaß sich jeder Rollstuhl von einer Traube Helfer umgeben sieht, die nicht von seiner Seite weichen. Am Nachmittag können wir zusammen mit dem deutschen OL-Team in unsere Unterkunft einziehen. br>

10.08.2005

Auch heute wird es noch nicht ernst. Ein zweites Model-Event findet in der Pause zwischen Sprint-Qualifikation und -Finale in Showa-no-Mori statt. Da die Posten vor dem Finale wieder verschwunden sein müssen, bleibt nicht viel Zeit jeden Posten zu diskutieren. Wir eilen um den Kurs und lernen ein erstes Beispiel überdetailierter Kartierung im Postenkreis kennen. Um die Sache interessant zu machen, hat man winzige Beulen in die Höhenlinien gemalt, die im Gelände kaum als die entsprechenden Tälchen und Nasen erkennbar sind, aber da stehen ein paar Posten rum und wir raten fröhlich, aber falsch. Dann haben wir noch Zeit den Einlauf des Damen-Sprint-Finales zu sehen, können Axel und Ingo schnell ein bißchen anfeuern bevor wir zum Teamleiter-Meeting müssen. Hier wird besonders vom schwedischen Team die Ungenauigkeit der Postenbeschreibungen bemängelt, da aber nichts mehr am Wettkampf zu ändern ist, wird die Losung herausgegeben, daß die Mitte des Postenkreises oberstes Kriterium ist und die Postenbeschreibung nur als sekundäres Hilfsmittel gelten soll. In Schweden ist dies im Zweifelsfall andersherum, aber die Regel für die nächsten Tage ist damit klar. Am Abend folgt die offizielle Eröffnungsveranstaltung für Orientierungslauf- und Trail-O-Weltmeisterschaften gemeinsam auf dem Gelände der EXPO. Das Thema der EXPO 2005 ist Natur und Umwelt und insofern paßt der OL gut hinein, die Menge an Beton, die für den Bau der Autobahnen und Gestaltung des riesigen EXPO-Geländes verwendet wurde, paßt weniger. br>

11.08.2005

Heute wird es ernst, der erste Wettkampftag. Ab 10 Uhr starten die 39 Teilnehmer im Abstand von 2 Minuten. Gleich zu Beginn gibt es eine Zeitkontrolle. Sie erscheint sehr einfach, viele nehmen sich nur wenige Sekunden Zeit für die Entscheidung. Am Ende stellt sich jedoch heraus, daß nur 6 Starter richtig auf Posten D getippt haben. Fast alle anderen waren sich einig, daß sich der Grabenabzweig an Posten C befindet. Erkennen konnte man den Abzweig selbst nach genauer Betrachtung mit dem Lösungsblatt in der Hand noch nicht, offensichtlich war hier ein Gefühl für die Entfernung gefragt, daß in der knapp bemessenen Zeit nur wenige entwickeln konnten. Andere Posten waren fragwürdig, so hat Anne 20 Minuten lang über dem ersten Posten gegrübelt, der auf der richtigen Nase stand, aber deutlich zu nah an dem Grabenknick in der Nähe. Letztlich hat sie sich für ein Z entschieden und es war falsch. Es stellte sich heraus, daß andere dort auch Zweifel hatten, sich aber fast alle zu einem B durchgerungen haben. Ganz korrekt war diese Stelle aber sicherlich nicht, möglicherweise war der Graben einfach zu kurz kartiert. Nachgehen wollte dem Problem aber keiner, aber dazu später. An Posten 6 kassierte Anne einen weiteren Fehler. Gefragt war nach dem westlichen Bereich eines Sumpfes und es kamen zwei Postenschirme in die engere Wahl (B und C). Entscheidend sollte hier die Lage bezüglich eines grünen Kreuzes auf der Karte sein, also die Mitte eines umgefallenen Baumes nach japanischen Regeln. Leider ragte der Baum aus einem Dickicht in den Sumpf hinein und es war nicht festzumachen, wo der Baum in dem Dickicht endet. Damit war natürlich auch nicht möglich sicher zu sagen, wo sich die Mitte des Baumes befindet. Nachdem Posten C ohnehin etwas arg nah am Rande des Sumpfes stand, hat Anne - wie 12 andere auch - in Feld B gelocht. Nun, wie zu erwarten, es sollte C gewesen sein. Der restliche Wettkampf verlief bei Anne fehlerfrei und so konnte sie mit 16 von 19 Punkten recht zufrieden sein. Daniel hatte im letzten Drittel offensichtlich Schwierigkeiten sich weiterhin voll zu konzentrieren und kassierte am Ende viele Fehler, trotzdem konnte er 11 Punkte vorweisen. Soweit so gut, aber das dicke Ende sollte noch kommen. Dave Gittus, der IOF Event Advisor war weit und breit nicht zu sehen gewesen, bis er plötzlich auftauchte und aufgeregt die Jury zu sich bestellte. Diese bestand (wohl in Ermangelung von Geldern für den Trail-O) aus 3 Wettkämpfern: Karen Paul aus Großbritannien, Hannu Niemi aus Finnland und Anne. Es hatte also eine Beschwerde gegeben und der Event Advisor wollte sich der Meinung der Jury versichern. Anne hatte schon seit Ende des Wettkampfes die ihrer Meinung nach kritischen Posten mit Dave besprechen wollen, ihn aber nicht finden können. Als sie hörte, daß andere offensichtlich schon offiziell Beschwerde eingelegt hatten, tat sie dies nun auch bezüglich Posten 1. Der Posten, der Dave beschäftigte war allerdings die 12. Es handelte sich um den nordwestlichen Teil eines Sumpfes und die Beschwerde ging darum, daß nach Meinung des sich Beschwerenden der richtige Posten im westlichen Teil gestanden hätte. Für Anne war dieser Posten der eindeutigste und klarste des ganzen Wettkampfes gewesen. Auch wenn man sich streiten kann ob dieser Bereich des Sumpfes westlich oder nordwestlich ist, so war doch die Mitte des Postenkreises eindeutig an Posten A gewesen, daß es keine Zweifel geben konnte, welcher Posten hier gemeint war. Doch diese Meinung war in dieser merkwürdigen Besprechung nicht gefragt. Offensichtlich war Dave bereit und überzeugt, hier etwas tun zu müssen und erlaubte der Jury nur die Entscheidung Posten 12 zu annulieren oder gar die richtige Antwort von A nach B zu ändern, was wohl die häufigste Antwort an diesem Posten war. Die zweite Option wäre für alle, die die Mitte des Postenkreises richtig bestimmt hatten, ein doppelter Schlag ins Gesicht gewesen und trotzdem die anderen beiden Jury-Mitglieder davon profitiert hätten, konnte Anne das immerhin abwenden. Ihre Argumente, daß der Posten durchaus fair gewesen ist, waren allerdings in keiner Weise erwünscht und erreichten nur die Ohren des nationalen Kontrolleurs, der allerdings auch nichts ausrichten konnte. Ihre eigene Beschwerde gegen Posten 1 wurde in keiner Weise ernst genommen und mit der Bemerkung, den hätten ja die meisten richtig gehabt, vom Tisch gewischt. Außerdem könne man ja nicht jeden Posten annulieren... Wie dem auch sei, Posten 12 wurde gestrichen und das hatte einige Verschiebungen im ersten Drittel des Klassements zur Folge. Plötzlich gab es einen klaren Sieger in der Paralympics-Klasse, wo sich zuvor der Amerikaner David Irving mit dem Litauer Evaldas Butrimas den Weltmeistertitel geteilt hatten. Nun mußte sich Mr. Irving mit der Silbermedaille zufriedengeben. In der offenen Klasse rutschten die 12 Teilnehmer, die ihn richtig hatten um bis zu 5 Plätze nach hinten, während sich andere über den Gewinn von einigen Positionen freuen konnten. Daß 8 der ursprünglich ersten 13 den Posten richtig gehabt hatten, schien niemanden nachdenklich zu machen, aber mindestens diese 8 höchst unzufrieden. Und so kam es dann, daß derjenige, der die Beschwerde eingereicht hatte, am Ende des Tages auf Rang 3 lag und sein Ziel die Schweden zu schlagen an diesem Tag doch noch erreicht hatte. Glück wünschte ihm aber nun keiner mehr, obschon das Versagen hier beim Event Advisor lag, der völlig unangemessen und zu sehr im Sinne seiner britischen Heimat reagierte.
Der nervenaufreibende Tag wurde mit einem feucht-fröhlichen Bankett beendet. Die japanische Gastfreundschaft und Herzlichkeit machte den Abend zu einem großen Erfolg, das große Faß Sake tat sein Übriges den Groll zu besänftigen. Wir brauchten noch einen langen Spaziergang durch Gamagori bevor Daniel fahrfähig war und uns zurück zur Unterkunft bringen konnte. br>

12.08.2005

Der zweite Wettkampftag sollte möglichst publikumswirksam parallel zum Langstrecken-Finale stattfinden. Leider mußte darunter die Qualität des Wettkampfes leiden, stand doch nur ein recht langweiliges Tal mit wenigen echten Postenobjekten zur Verfügung. Deshalb wurden immer öfter Baumstämme, einzelne Büsche und kaum identifizierbare Gräblein kartiert, um im Bereich des Postenkreises ein bißchen Farbe in die Karte zu bringen. Ich fand fast alle Posten des Kurses sehr einfach. Probleme hatte ich lediglich mit einem Wassergraben-Abzweig. Da half kein Auf- und Abhüpfen und kein 30minütiges auf dem Weg hin- und herschleichen, es war einfach nicht zu sehen, wo der vermeintliche Graben abzweigte und ob dort überhaupt ein Abzweig war. Letztendlich habe ich mich für Z entschieden, da an keinem Postenschirm ein Grabenabzweig zu erkennen war. Nun, da lag ich wieder daneben. Die letzte Zeitkontrolle und der letzte Posten dieser WM sollte dann auch wieder ein Wassergrabenabzweig sein. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich von mystischen Wassergräben gestrichen die Nase voll und einfach keine Lust mehr mich damit zu beschäftigen. Das war natürlich nicht sehr hilfreich und bescherte mir eine weitere falsche Zeitkontrolle. Der Zieleinlauf führte uns parallel zum Langstrecken-Finale ins Stadion und ich fand es etwas peinlich im Schlendertempo die Gasse hineinzulaufen, während die Zuschauer applaudierten. Am zweiten Tag wurden uns Beschwerden und Diskussionen erspart, der Per Midthaugen gewann erneut die Tageswertung und holte damit sicher den Weltmeistertitel nach Norwegen. Silber ging an den Schweden Stig Gerdtmann und die Gastgeber konnten sich über die Bronzemedaille von Mitsumasa Sugimoto freuen. Für mich war es am Ende nur Platz 8 und ich ärgerte mich noch einmal über die Annulierung am Vortag, die mich den 6. Platz und damit eine Verbesserung meines WM-Ergebnisses gekostet hatte. Daniel fand sich auch nach dem zweiten Tag auf dem 30. Platz ein, ihn hatte die unkonsistente Kartierung sehr verwirrt. Gut nachzuempfinden, daß er Schwierigkeiten damit hatte, die nur im Postenkreis kartierten Baumstämme aus den vielen anderen herumliegenden Stämmen herauszusortieren. br>

Fazit der diesjährigen Weltmeisterschaften: Trail-O ist noch eine recht junge Sportart und es hat sich in Japan deutlich gezeigt, daß die Regeln der Fairneß noch der Entwicklung bedürfen. Das betrifft zum Einen die Auswahl der Postenstandorte, die an schlecht sichtbaren Objekten eher nach Körpergröße und Sehschärfe selektieren als nach Orientierungsfähigkeitenden. Zum Anderen bedarf der Umgang mit Beschwerden sehr sorgfältiger Überlegung und einer integren Person oder Gremium, die/das die Entscheidungen trifft. Was die Qualität der Orientierungsaufgaben angeht, muss man den Japanern lassen, dass sie in einem denkbar ungeeigneten Gelände zwei Wettkämpfe organisiert haben, die selektiv genug waren, die weltbesten Trail-Orientierer mehrere Stunden zu beschäftigen und weit genug voneinander zu trennen, damit nicht einzelne Sekunden in der Zeitkontrolle am Ende entscheidend sein würden. Trotzdem bereitet ein Trail-O in genügend detailreichem Gelände auf einer Karte mit sinnvoller Generalisierung und gleichmäßig angewandten Kriterien deutlich mehr Freude und so ist es zu begrüßen, dass die Trail-O-Weltmeisterschaften im nächsten Jahr zusammen mit der MTBO-WM in Finnland ausgetragen werden, wo sich mit Sicherheit geeignetes Gelände finden lassen wird.



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